Kritik

"Gesundheitskarte ist nicht sicher"

Hamburg. Computerexperten warnen vor den Risiken der elektronischen Gesundheitskarte. Weil die medizinischen Daten eines Patienten nicht auf der Karte selbst gespeichert werden können, werden sie auf besonderen Plattformen im Internet abgelegt. "Eine sichere Speicherung im Internet ist aber trotz Verschlüsselung und Pseudonymisierung gar nicht möglich: Alle Computer, Server und so weiter können erfolgreich angegriffen werden", sagte Prof. Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik. Pohl, der zuletzt auch Gutachten für den Bundesverband Digitale Wirtschaft und den Innenausschuss des Bundestags verfasste, zeichnete ein düsteres Bild vom gläsernen Patienten: "Wer wohnt in Köln, hat im letzten Jahr mehr als 25 000 Euro verdient, war zweimal in den USA, fuhr mehr als fünfmal mit dem Auto nach Aachen, telefoniert wöchentlich mit München und leidet an Schwerhörigkeit - es wird eine Antwort geben." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte beim IT-Gipfel dennoch, die neue Gesundheitskarte sei notwendig. (ryb)