Diskussion um Minarette

Erzbischof: Muslime sollen sich im Gegenzug für Kirchenbau einsetzen

Muslime in Deutschland sollen sich nach Ansicht des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick für den Bau von Kirchen in muslimisch geprägten Ländern einsetzen – im Gegenzug für die Akzeptanz von Moscheen in Deutschland.

München. Das geschehe nicht oder zu wenig, bemängelte Schick im Interview des „Bayernkuriers“. Wörtlich sagt Schick: „Die islamischen Bürgerinnen und Bürger sollen Moscheen bauen dürfen, wozu übrigens nach dem Koran das Minarett nicht unbedingt dazugehört. Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie müssen sich aber zugleich für den Bau von Kirchen in muslimisch geprägten Ländern, zum Beispiel in der Türkei und Saudi Arabien, einsetzen. Das tun sie nicht oder zu wenig.“

Diese Tatsache mache die christliche Bevölkerung hier unsicher. Wenn Muslime hier ihre Gotteshäuser bauten, „müssen sie auch auf die gewachsene Baukultur Rücksicht nehmen und Dominanzversuchungen widerstehen. Da sind unsere muslimischen Mitbürger und Mitbürgerinnen gefordert.“

Weiter sagte Schick: „Wenn alle Türken hierzulande sagen würden, wir wünschen, dass die Regierung in Ankara den christlichen Kirchen in der Türkei einen öffentlich-rechtlichen Status zuerkennt und erlaubt, Kirchen zu bauen, wäre das ein großes Zeichen.“ Die türkische Regierung würde dies ernst nehmen müssen. Sicherlich würde es auch die Akzeptanz der muslimischen Bevölkerung in Deutschland, in der Schweiz und in anderen Ländern sehr fördern.