Vorbild: Bausparen

Schavan will staatliches Bildungsspar-Modell

Berlin. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich für das im Koalitionsvertrag zur Prüfung gestellte Bildungssparen zugunsten von Schülern und Studenten ausgesprochen. Es gehe dabei um das Prinzip des Bausparens, sagte die Ministerin der "Rheinischen Post". "Das Bausparen hat doch gezeigt, dass so etwas funktioniert, wenn der Staat eine Zulage zahlt oder die Beiträge steuerlich absetzbar macht."

Die Koalition erwägt, das Bildungssparen von Eltern, Großeltern oder anderen nahen Verwandten mit Prämien zu unterstützen. Zum Start soll dazu die Bundesregierung jedem neugeborenen Kind ein sogenanntes Zukunftskonto mit einem Startguthaben von 150 Euro einrichten.

Aus den Bundesländern hatte es wegen der Finanzierung Widerstände gegen das Bildungssparen gegeben. Mit "Bildungsschecks" könnte nach den Überlegungen der Ministerin die Zahl der Schulabbrecher gesenkt werden. "Die Bildungsschecks sollen zum Beispiel für Hausaufgabenhilfe, für Musikunterricht und Sport eingesetzt werden können", sagte Schavan. Jedes fünfte Kind könnte in den Genuss der staatlichen Hilfen kommen.

Kritik an den Plänen gab es vonseiten der SPD. Die Vorhaben seien der Einstieg in die Privatisierung der Bildungskosten, sagte die Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung, die frühere sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange.