Bargeld oder Gutschein?

Betreuungsgeld: Merkel gegen Gutscheinsystem

Berlin. Im koalitionsinternen Streit um das Betreuungsgeld für Kinder hat sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eindeutig gegen Vorschläge der FDP für ein Gutscheinsystem ausgesprochen. Familien, die ihre Kinder zu Hause betreuten, müssten selbst darüber entscheiden dürfen, wie sie das Geld verwendeten, sagte Merkel auf dem Landesparteitag ihres CDU-Heimatverbands in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern). "Wenn wir diese Diskussion anfangen, dass man Familien nicht mehr zutrauen kann, ... damit etwas Vernünftiges zu machen - dann tun wir etwas, was mit meinem Menschenbild zumindest nichts zu tun hat."

Im Koalitionsvertrag ist ein Betreuungsgeld in Höhe von monatlich 150 Euro vereinbart. Das Geld soll von 2013 an Eltern zustehen, die ihre unter drei Jahre alten Kinder zu Hause betreuen - also nicht in eine Kita geben. Unklar ist noch, ob es in bar oder als Gutschein ausgegeben wird. Die FDP bezweifelt, dass das Geld auch wirklich bei den Kindern ankommt. Von sozial schwachen Familien werde es als Anreiz gesehen, Kinder nicht in Krippen und Kindergärten zu geben. Darum sei es besser, den Eltern Bildungsgutscheine zu geben, die sie in entsprechenden Einrichtungen einlösen können, hatte unter anderem die FDP-Politikerin Cornelia Pieper gefordert. Dagegen mahnte Merkel mit Blick auf die FDP, eine Beschränkung der familiären Eigenverantwortung dürfe nicht zum "Standardfall der Republik" werden.