Vor Risiken der Technologie gewanrt

Kirchlicher Widerstand gegen CO2-Lagerung wächst

In der evangelischen Kirche wächst der Widerstand gegen die geplante unterirdische Lagerung von Kohlendioxid in Ostbrandenburg.

Berlin. In dem von Plänen der Energiewirtschaft betroffenen Oderbruch hätten bereits sämtliche Kirchengemeinden sowie der Kirchenkreis wegen der unberechenbaren Risiken der Technologie eine Absage erteilt, sagte die Synodale Mareike Brune-Böttcher als Vertreterin des Kirchenkreises am Donnerstag vor der Synode der evangelischen Landeskirche in Berlin. Mit der sogenannten CCS-Technologie zur Abscheidung und Verpressung von Kohlendioxid stiegen nicht nur der Verbrauch von Braunkohle und die Erzeugung des klimaschädlichen CO2-Gases, die aufwendigen Transporte zur Verpressung des Gases gefährdeten zudem Straßen und Dörfer entlang der Fahrstrecken, sagte die Cottbuser Generalsuperintendentin Heilgard Asmus. "Was das für die Lausitz bedeutet, können Sie sich ausrechnen."Auch für Umwelt und Grundwasser bestünden große Risiken. Auf die CO2-Verpressung müsse deshalb verzichtet werden. Bei der CCS-Technologie sinkt Experten zufolge durch die Abscheidung von Kohlendioxid der Anteil der nutzbaren Energie bei der Braunkohleverstromung. Für die gleiche Menge Energie muss deshalb mehr Braunkohle verarbeitet werden. Ostbrandenburg ist derzeit als Gebiet zur unterirdischen Endlagerung von Kohlendioxid vorgesehen. Die Synode will im Lauf ihrer Herbsttagung über eine Stellungnahme zur CO2-Verpressung entscheiden.

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