Umfrage

Wirtschaftskrise: Ältere fühlen sich diskriminiert

Die Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu, glauben viele Europäer. Die Krise macht Älteren und ganz Jungen zu schaffen.

Brüssel. Die Wirtschaftskrise führt nach Einschätzung der europäischen Bürger zu deutlich mehr Diskriminierung aufgrund des Alters. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission vorstellte. Demnach sind 58 Prozent aller Bürger der Ansicht, dass die Altersdiskriminierung in ihrem Land weit verbreitet sei. Vor einem Jahr hatten nur 42 Prozent diese Ansicht geäußert.

Zwei Drittel der Befragten zeigten sich in der aktuellen Umfrage überzeugt, dass „die Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt aufgrund des Alters wegen der Wirtschaftskrise zunehmen wird“. Die Nachteile träfen nicht nur Menschen in fortgeschrittenem Alter, sondern auch besonders junge Personen, unterstrichen die EU-Experten. Sie verwiesen auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen EU-Ländern.

Die Deutschen scheinen der Situation etwas optimistischer gegenüberzustehen als der EU-Durchschnitt: 48 Prozent der Bundesbürger bemängeln eine weit verbreitete Altersdiskriminierung. Besonders besorgt äußern sich die Ungarn (79 Prozent), die Tschechen (74 Prozent) und die Franzosen (68 Prozent).

Etwa jeder sechste Bürger gab in der Umfrage an, im vergangenen Jahr selbst diskriminiert worden zu sein. Während die Zahl der Lebensjahre den Betroffenen zufolge der häufigste Grund für Benachteiligung ist, können auch das Geschlecht, die ethnische Herkunft und eine Behinderung Schwierigkeiten bereiten.

EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla sprach von einer besorgniserregenden Situation. „Es bleibt noch eine Menge zu tun, um den Menschen bewusst zu machen, dass sie ein Recht auf Gleichbehandlung haben“, erklärte er. Für die Umfrage im Rahmen des Eurobarometer-Programms waren in jedem EU-Land etwa 1000 Menschen befragt worden. (epd)