Kommentar: Thüringen

Bund der Widerspenstigen

Zweimal durchgefallen und im dritten Anlauf sieben Stimmen über den Durst.

Der Start Christine Lieberknechts ins Amt der Ministerpräsidentin vollzog sich so chaotisch bis dramatisch wie das politische Leben im Freistaat seit dem Ski-Unfall des nun Ex-Ministerpräsidenten Dieter Althaus, dessen Ära nun auch offiziell beendet ist.

Unzufriedenheit mit dem neuen Koalitionspartner bei den Sozialdemokraten traf mit Enttäuschung derjenigen Althaus-Gefolgsleute zusammen, die nun Posten und Einfluss verloren haben. Lieberknecht hofft jetzt, dass durch die disziplinierende Wirkung der Macht Ruhe in die Regierungsfraktionen einzieht. Zur Hoffnung muss sich viel Arbeit der neuen Chefin gesellen, damit sie den widerspenstigen Bund zusammenhalten kann.