Kommentar: Senioren werden zum Machtfaktor

Wahlkampf um die Rentner

Florian Kain

Rechtzeitig vor der Bundestagswahl entdecken Verbände und Parteien mal wieder die Rentner. Dahinter steht vor allem Furcht.

Furcht vor einer ständig größer werdenden, dazu auch noch ungeheuer wahlfreudigen Bevölkerungsgruppe, die die Geschicke dieses Landes seit Langem wesentlich mitbestimmt. Insbesondere die Union weiß noch genau, wie der Machtverlust sich anfühlte, als ihr 1998 die Rentner in Scharen davonliefen. Stoiber holte 2002 die älteren Männer zurück, Merkel 2005 einen Großteil der älteren Frauen. Kein Wunder, dass CDU und CSU nun entgegen ihrer eigenen Überzeugung den Vorstoß des Arbeitsministers unterstützen und heute im Kabinett die Rentengarantie durchwinken werden. Doch das wird nicht reichen. Denn die Forderungen nach einer Abkehr von der Rente mit 67, die faktisch eine Rentenkürzung ist, werden lauter. Wenn Sozialverbände und Linkspartei, wie sich abzeichnet, gemeinsam für eine Absenkung des Rentenalters kämpfen, dann steht Union und SPD ein schwieriger Wahlkampf ins Haus.

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