Präsidentschaftskandidat der Linkspartei Peter Sodann gibt Interview

Ex-Tatort-Kommissar: Bankchef gehört ins Gefängnis

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Zwar gilt Peter Sodann bei der Abstimmung um das Bundespräsidenten-Amt als chancenlos, aber zumindest Ideen hat er. Sein Credo: Bildung und Kultur als Alzweckwaffe. Und für das Millionengehalt eines Josef Ackermanns hat der Schauspieler überhaupt kein Verständnis.

Dresden. Der Präsidentschaftskandidat der Linkspartei, Peter Sodann, hat eine neue Nationalhymne ins Gespräch gebracht. Er würde als Bundespräsident Bertolt Brechts Kinderhymne vorschlagen, sagte der 72-Jährige Schauspieler in einem Interview der "Sächsischen Zeitung". Zugleich würde er darauf dringen, dass Bildung und Kultur in Deutschland oberste Priorität hätten. "Alles, was der Kulturentwicklung in irgendeiner Weise hilft, arbeitet gegen den Krieg", sagte er. "Ich möchte nicht gerne erschossen werden."

Der aus der DDR stammende frühere "Tatort"-Kommissar bezeichnete sich in dem Interview als betenden Kommunisten. Er betonte, er wolle die DDR nicht wiederhaben. Aber er lasse sie sich auch nicht nehmen. Das derzeitige Leben gefalle ihm nicht so, sagte er. "Ich halte das, was wir haben, ja nicht für eine Demokratie." Allerdings sei es auch das Schwierigste, was den Menschen einfallen könne, fügte er hinzu.

Sodann sagte weiter, ein Bundespräsident müsse wissen, wie die Menschen in Wirklichkeit leben würden. "Er muss die Seele seines Volkes ausdrücken können." Er hätte auch gern, dass in dieses Amt "etwas mehr Heiterkeit" hineinkomme.

Kritik übte Sodann an der Kluft zwischen Armen und Reichen in Deutschland. Die Reichen verstünden die Armen nicht mehr, weil angesichts der Millionen-Einkommen jedes Maß verloren gehe. Als Polizeikommissar von Deutschland würde er "Herrn Ackermann, den Chef der Deutschen Bank, verhaften", sagte der Schauspieler dem Blatt. "Dann würde man mich zwar rausschmeißen, aber ich hätte es wenigstens mal gemacht." Ackermann ist einer der bestverdienenden Bankenmanager in Deutschland, die wegen der Finanzkrise aktuell im Blickpunkt stehen.

Sodann war am Dienstag von der Linkspartei offiziell für die Abstimmung um das Bundespräsidenten-Amt im Mai 2009 nominiert worden, er gilt aber als chancenlos. Der in Sachsen aufgewachsene Schauspieler sagte, als Bundespräsident würde er sich nicht mit dem noch amtierenden US-Präsidenten George Bush unterhalten. Dem Papst würde er vorhalten, nur gegen den Krieg zu reden, dabei aber keine Namen zu nennen.

( ap )

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