Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verlangt staatliche Hilfe für Geldinstitute

Struck kritisiert Deutsche-Bank-Chef

SPD-Fraktionschef Peter Struck hat den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, wegen dessen Forderung nach einem staatlichen Hilfspaket für Banken nach US-Vorbild scharf attackiert.

Berlin. SPD-Fraktionschef Peter Struck hat den Deutsche- Bank-Chef Josef Ackermann wegen dessen Forderung nach einem staatlichen Hilfspaket für Banken nach US-Vorbild scharf kritisiert. "Solange die Banken auf Gewinnerkurs waren, hat Herr Ackermann am lautesten geschrien, der Staat solle ihnen nicht hereinreden", sagte Struck heute. Deshalb sei es befremdlich, wenn der Vorstandschef der führenden deutschen Bank "jetzt als erster nach umfassender Hilfe aus Steuermitteln ruft". Ein solches öffentliches Vorpreschen, mit dem indirekt das Krisenmanagement der Bundesregierung kritisiert werde, sei wenig hilfreich. "Ich gestehe, ich empfinde für diese Art des Opportunismus ein gewisses Maß an Verachtung", sagte der SPD-Politiker.

Ackermann hatte laut Medienberichten am Mittwoch in Frankfurt erklärt: "Wenn die USA ein solches Paket verabschieden, sollte Europa bereit sein, vergleichbare Lösungen zu finden." Solche Pläne müssten zumindest in der Schublade sein, "um im Fall der Fälle gewappnet zu sein".