Gefahren bei Kleinspielzeugen

Politik rudert bei Verbot von Überraschungseiern zurück

Klang eine Empfehlung der Bundestags-Kinderkommission noch danach, als wolle man den beliebten Schokokugeln den Garaus machen, schlägt Miriam Gruß von der FDP jetzt moderatere Töne an.

Hamburg. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß hat versichert, dass kein Verbot von Überraschungseiern für Kinder geplant sei. Vielmehr gehe es um einen "expliziten Hinweis auf die Gefahren bei Kleinspielzeugen", die kombiniert mit Lebensmitteln angeboten würden und für Kleinkinder eine Erstickungsgefahr bergen könnten, erklärte Gruß in Berlin. Sie relativierte damit eine unter ihrem Vorsitz erarbeitete Empfehlung der Bundestags-Kinderkommission von Ende Juli. Darin hatte die Kommission ausdrücklich gefordert: "Keine Koppelung von Nahrungsmitteln und Spielzeug". Kindern werde damit die Unterscheidung zwischen essbaren und nicht-essbaren Teilen erschwert, was "besonderes Gefahrenpotenzial" berge.

Der Überraschungseier-Hersteller Ferrero hatte in der "Welt" mögliche Forderungen nach einem Verbot der Schoko-Süßigkeit mit Spielzeug-Füllung zurückgewiesen. Es gebe "keinerlei Beweise" für eine erhöhte Gefahr, zumal bei den Überraschungseiern "das Spielzeug durch eine Kapsel von der Schokolade getrennt" sei, sagte eine Unternehmenssprecherin der Zeitung. Auch die EU-Spielzeugsicherheitsrichtlinie sehe kein Verbot von Kombinationsprodukten vor. Zudem hätten extern zertifizierte Institute das Überraschungsei geprüft und für ungefährlich befunden.