Bundestagswahl: Wahlkampf in letzter Sekunde

Blitz-Wahlkampf für Merkel

Im Bundestagswahlkampf 2009 will die CDU den Schwerpunkt ihrer Kampagne erst auf die letzten Wochen legen. Eine monatelange Parteienschlacht soll vor der nächsten Bundestagswahl somit vermieden werden.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla habe in einem internen Gespräch deutlich gemacht, die Bürger neigten immer mehr dazu, sich erst kurz vor dem Wahltag zu entscheiden, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorab. Eine monatelange Wahlschlacht mit hoher Intensität koste daher nur unnötig Kräfte und finanzielle Ressourcen.

Mit dieser Entscheidung zieht die Union offenbar Konsequenzen aus den Erfahrungen von 2005. Mit dem Blitz-Wahlkampf will die CDU damit die Fehler der Vergangenheit vermeiden, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" weiter. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die Union monatelang weit vorn gelegen. Zum Schluss aber schafften es die Sozialdemokraten, mit einem zugespitzten Wahlkampf nahezu gleichzuziehen.

Als Vorbild für den Bundestagswahlkampf gilt dem "Spiegel" zufolge im Berliner Konrad-Adenauer-Haus das Vorgehen von Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU), der mit einer Kampagne von nur vier Wochen in der Hansestadt gesiegt hatte.

Oettinger will nach Berlin

Derweil gestand der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger ein, sich nach eigenem Bekunden ein Spitzenamt in der Bundesregierung zuzutrauen. Zwar sei er mit dem Posten des Stuttgarter Regierungschefs zufrieden, sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "Aber in den zentralen Bereichen Wirtschaft und Finanzen würde ich mir jedes Amt in Berlin zutrauen. Die kochen ja auch nur mit Wasser."

Der CDU-Politiker solidarisierte sich zudem mit seinem rheinland-pfälzischen Amtskollegen, dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck. Er könne verstehen, wenn Beck beklage, dass Politiker aus der Provinz systematisch niedergemacht würden, sagte Oettinger. "Es gibt eine Tendenz in der Politik, aber auch in den Medien, die sagt: Warum brauchen wir den Föderalismus und die Bundesländer, lasst uns doch alles in Berlin entscheiden." Die so dächten, täten jeden Vorschlag, der nicht aus der Hauptstadt komme, als kleinkariert und engstirnig ab.

Oettinger räumte ein, dass sein schwäbischer Dialekt bei Auftritten außerhalb seines Heimatlandes hinderlich sei. "Ich weiß, für jeden Sprachtrainer bin ich ein interessanter Fall. Ich rede zu schnell und oft auch zu abgehackt. Dazu kommt mein schwäbischer Dialekt, der meine Worte nicht gerade melodiöser klingen lässt. Fürs Fernsehen ist das noch verbesserungsfähig."