Ministerium: Allein 326 Laptops vermisst

Hunderte Computer beim Bund gestohlen

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Steuerdaten, Geheimnummern, Verschlusssachen in falschen Händen. FDP spricht von "Skandal".

Berlin. Das Bundesinnenministerium beschwichtigt, die FDP spricht von einem handfesten Skandal: Von 2005 bis 2007 sind in den Bundesbehörden 189 Computer, 326 Laptops, 38 Speicher-Sticks und 271 Handys samt sensibler Daten verschwunden.

Auf einem gestohlenen Laptop des Bundesamtes für Zivildienst befanden sich 1200 Adressdaten von Zivildienstleistenden. Auf einem USB-Stick des Statistischen Bundesamtes waren Daten zur Einkommenssteuer 2001 gespeichert. Und in fünf Fällen verschwanden Datenträger des Verteidigungsministeriums mit Informationen der Geheimhaltungsstufe "Verschlusssache (VS)-Vertraulich" und höher. Zudem werden zwei Regierungs-Handys mit Geheimnummern von Ministern und anderen hohen Mandatsträgern vermisst. 48 der vermissten Geräte verschwanden im Ausland.

"Die Vorfälle zeigen, wie wichtig eine Meldepflicht für solche Datenverluste ist, damit wir ermitteln können", ließ ein Sprecher des Datenschutzbeauftragten Peter Schaar wissen. Bisher werden Geräte- oder Datenverluste nur innerhalb einer Behörde gemeldet.

Der Wert der nun fehlenden Geräte wird auf rund 540 000 Euro beziffert. In 60 Prozent der Fälle wurden disziplinar- oder strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Für FDP-Bundestagsfraktionsvize Carl-Ludwig Thiele ist das Ganze ein "Skandal". Vor allem die hohe Zahl gestohlener Laptops bereite Sorgen. "Nur bestimmte Führungspersonen bekommen diese Geräte, da sind deshalb besonders sensible Daten drauf."

In der nun bekannt gewordenen Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage Thieles zur Datensicherheit bei Bundesbehörden zeigt sich, dass die Gefahr nicht in erster Linie von Einbrüchen oder Diebstählen in Behörden oder Ministerien droht. Rund 11 500 Laptops oder PCs werden außerhalb der Büros eingesetzt - damit wandern auch geheime Daten nach draußen. Und während sich früher laufende Aktenmeter nur in den Behörden selbst aneinanderreihten, lassen sich heute Millionen von Daten auf einem USB-Stick oder der Festplatte abspeichern und mit nach Hause nehmen. Das Ministerium betont jedoch, sensible Daten seien durch eine Software geschützt.

( dpa/HA )

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