Merz macht Weg für Merkel frei

Der bisherige Fraktionschef verzichtet auf eine neuerliche Kandidatur für das Amt. Damit kann die Parteivorsitzende Merkel ab Dienstag die Unionsfraktion führen

Berlin. "Ich werde morgen in der Fraktion das Amt des Vorsitzenden nicht wieder anstreben", sagte Merz. Diese Entscheidung sei ohne Druck gefallen: "Ich bin da völlig frei in meiner Entscheidung." Merz erklärte, in den kommenden vier Jahren sei eine starke Opposition gefragt. Er habe bereits am Wahlabend beschlossen, auf eine neuerliche Kandidatur zu verzichten.

CDU-Chefin Angela Merkel hatte zuvor ihren Anspruch auf den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag angemeldet. Der gescheiterte Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber (CSU), erklärte dazu , seine Partei innerhalb der Fraktion würde die Bündelung der Funktionen des Parteivorsitzes und des Fraktionsvorsitzes unterstützen: Damit gab Stoiber Merkel den Vorzug vor Merz. Merkel sagte zur künftigen Verwendung Merz' in der Partei lediglich, sein Gesicht solle nach übereinstimmender Meinung im Präsidium weiterhin "erkennbar" präsent sein.

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer hatte im ARD-"Morgenmagazin" erklärt, es gebe gute Gründe, dass nach dem geschlossenen Wahlkampf der Union nun CDU-Chefin Angela Merkel Anspruch auf die Oppositionsführerschaft anmelde. Meyer appellierte dabei an die "Geschlossenheit der Union". Dies sei das wichtigste Pfund im Wahlkampf gewesen. Die Wahl der neuen Fraktionsspitze ist für Dienstag geplant.

( abendblatt.de )

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