Schröder wirft Scharping raus

Bundeskanzler Schröder bittet Bundespräsident Rau um Entlassung seines Verteidigungsministers.

Nachfolger solle der bisherige Fraktionschef im Bundestag, Peter Struck, werden, sagte der Kanzler vor der Presse in Berlin. "Die notwendige Basis für eine gemeinsame Arbeit in der Bundesregierung ist nach meiner Auffassung nicht mehr gegeben", erklärte Schröder knapp. Die Entscheidung sei mit Vizekanzler Joschka Fischer (Grüne) abgesprochen. Scharping war wegen umstrittener Geschäfte mit dem PR-Unternehmer Moritz Hunzinger in die Kritik geraten. Rudolf Scharping hat einen für Mittag geplanten Truppenbesuch in Düsseldorf abgesagt und befindet sich auf dem Rückweg nach Berlin. Nach Informationen der WELT aus der SPD-Spitze hat der Bundeskanzler die Entscheidung zur Absetzung des Ministers am Mittwochabend getroffen. Der Kanzler habe ein Machtwort gesprochen, hieß es in Parteikreisen. Am Freitag wird Bundespräsident Johannes Rau um 13 Uhr Scharping die Entlassungsurkunde überreichen und direkt danach den bisherigen SPD-Fraktionschef Peter Struck zum neuen Bundesverteidigungsminister ernennen. Strucks Nachfolger wird der Vize-Fraktionschef Ludwig Stiegler.

( dm/ot/DW/ddp/dpa )

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