Fremdarbeiter - Lafontaine erntet Kritik für ein Wort

Berlin. Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine will bei einer vorgezogenen Bundestagswahl als Spitzenkandidat des geplanten Linksbündnisses aus westdeutscher WASG und der PDS in Nordrhein-Westfalen antreten. Lafontaine werde beim WASG-Landesparteitag in Köln morgen für Platz 1 der Landesliste kandidieren, sagte WASG-Sprecher Hüseyin Aydin. Lafontaine hatte zuvor seinen baldigen Eintritt in die WASG angekündigt, die von enttäuschten Sozialdemokraten und Gewerkschaftern gegründet wurde. Die PDS und die WASG werden in den nächsten Tagen ihre Kooperationsvereinbarung für das Bündnis unterzeichnen, kündigte WASG-Vorstandsmitglied Klaus Ernst gestern an.

Politiker von SPD und Grünen warfen Lafontaine diskriminierende Wortwahl, Ausländerhetze und die Bedienung rechter Vorurteile vor. Lafontaine hatte am Dienstag auf einer Kundgebung in Chemnitz gesagt: "Der Staat ist verpflichtet zu verhindern, daß Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen."

"Fremdarbeiter" wurden in der Nazi-Zeit deportierte Arbeitskräfte aus von der Wehrmacht besetzten Ländern genannt.

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