Juni 1953: Zahl der Opfer korrigiert

Potsdam. Zum 51. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR haben Historiker die Zahl der Todesopfer berichtigt. Danach kamen um den 17. Juni 1953 mindestens 55 Menschen ums Leben, wie eine gestern erschienene Studie das Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam belegt. Damit würden frühere Angaben richtig gestellt, die im Westen mit 507 Toten zu hoch und in der DDR mit 25 Toten zu niedrig gelegen hätten, erklärte Hans-Hermann Hertle vom ZFF.

34 Demonstranten, Passanten und Zuschauer wurden der Studie zufolge am 17. Juni und den kommenden sechs Tagen von DDR-Volkspolizisten und sowjetischen Soldaten erschossen oder starben an den Folgen von Schussverletzungen. Instanzen der sowjetischen Besatzungstruppen verurteilten fünf Menschen zum Tode und ließen sie hinrichten. DDR-Gerichte verhängten zwei Todesurteile.

Darüber hinaus starben vier Personen wegen menschenunwürdiger Haftbedingungen. Vier Festgenommene begingen in der Untersuchungshaft Selbstmord, wobei die Historiker in zwei Fällen Fremdeinwirkung vermuten. Ein Demonstrant starb an Herzversagen.

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