Solider wirtschaften statt jammern

Kommentar

Die Prognosen deutscher Steuerschätzer sind oft ungefähr so verlässlich wie eine Vorhersage der Lottozahlen für den nächsten Sonnabend. Glücksspieler sind Steuerschätzer zwar trotzdem nicht. Aber sie wissen trotz aller Sachkunde auch nicht viel besser als der Rest der Welt, wie sich künftig die Konjunktur entwickelt oder die Kauflust der Deutschen. Doch von solchen Faktoren hängt es ab, wie kräftig die Steuerquellen in Zukunft sprudeln. Steuerschätzer bewegen sich also auf schwankendem Grund. Sie können nur ungesicherte Annahmen liefern, die allenfalls eine vorsichtige finanzielle Grobplanung erlauben. Doch Politiker verplanen und versprechen gern Geld, das sie nicht haben, sich allenfalls erhoffen. Reifen ihre Blütenträume dann nicht, stürzen sie das Land in neue Schulden oder jammern über leere Staatskassen. Die sind aber keineswegs leer. Die Regierungen geben nur mehr aus, als drin ist. Das Steueraufkommen wird auch nicht kleiner, es wird voraussichtlich nur in den nächsten Jahren nicht so viel größer wie zunächst geschätzt. Da hilft nur eines: weniger Wohltaten versprechen, weniger Steuergeld verplempern, solider wirtschaften. Dafür sind Politiker eigentlich auch gewählt.