Mit Müttern und Älteren gegen Fachkräftemangel

Regierungskonzept warnt vor drastischem Einbruch bei der Zahl der Erwerbstätigen

München. Um den Mangel an Fachkräften zu beheben, setzt die Bundesregierung vor allem auf Mütter und ältere Arbeitnehmer. Dies geht aus dem Entwurf "Konzept Fachkräftesicherung" vor, der der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Demnach sinkt das Potenzial an Erwerbstätigen in den nächsten 15 Jahren um 6,5 Millionen und damit auch das Angebot an qualifizierten Arbeitnehmern. Insbesondere bei Müttern und Frauen, die bisher gar nicht oder nur in Teilzeit arbeiten, liege die Hoffnung der Bundesregierung. Hier gebe es "erhebliche, auch kurzfristig zu mobilisierende Potenziale", zitiert das Blatt aus dem Entwurf. Durch eine bessere Kinderbetreuung sollen diese mobilisiert werden. Außerdem spüle die Anhebung des Renteneintrittalters auf 67 Jahre bis 2025 eine Million zusätzliche Arbeitskräfte auf den Markt. Sehr vage bleibt der Konzeptentwurf bei der Frage nach ausländischen Fachkräften. Eine Zuwanderungsreform ist dem Bericht zufolge jedenfalls nicht geplant.

Neue Maßnahmen zur Fachkräftebeschaffung enthält das Konzept kaum, es gibt Ziele vor - ähnlich wie bei der Kinderbetreuung und Rente mit 67. Insgesamt ließen sich laut Bericht 3,8 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte mobilisieren.