CDU verliert laut Analyse Vertrauen

Mannheim. Die zentralen Ursachen für das Wahlergebnis liegen nach einer ersten Analyse der Forschungsgruppe Wahlen überwiegend in NRW selbst. Zwar gebe es in dem Land auch Unzufriedenheit mit der schwarz-gelben Bundesregierung, einen Denkzettel in Richtung Berlin wollten deshalb aber nach den Umfragen der Forscher nur 15 Prozent der Befragten erteilen.

Grundsätzlich sei für 41 Prozent die Politik im Bund, aber für 55 Prozent die Politik in NRW wichtiger gewesen. Die CDU-Verluste basierten auf einem "relativen Defizit" des Spitzenkandidaten und bisherigen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und seiner Partei sowie "kritischer Distanz gegenüber Schwarz-Gelb". Hinzu kamen den Wahlforschern zufolge teils massive Vertrauensverluste bei den beherrschenden Themen. Im Bereich Arbeitsmarkt etwa liegen CDU (31 Prozent, minus 7 Punkte im Vergleich zu 2005) und SPD (27 Prozent, plus 9) jetzt fast auf einem Niveau, in der Schul- und Bildungspolitik hat die CDU mit nur 27 Prozent (minus 14) ihren Kompetenzvorsprung von 2005 klar an die SPD (34 Prozent, plus 6) verloren. Das künftige Schulsystem war für 78 Prozent, die Griechenland-Krise für 56 Prozent und die CDU-Affären im Land nur für 38 Prozent der Befragten bei der Entscheidung relevant.

Wahlverlierer Rüttgers habe weder die "mäßige Regierungsbilanz" noch die "Kompetenzdefizite seiner Partei" kompensiert. Er sei mit SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft auf eine Herausforderin getroffen, "die sich in extrem kurzer Zeit im Wahlkampf ein sehr positives Image erarbeiten konnte". Rüttgers erreicht beim Ansehen einen Wert von 1,2 und bleibt damit hinter Kraft mit 1,6 zurück.