Porträt der SPD-Spitzenkandidatin

Hannelore Kraft: SPD-Karriere ohne „Ochsentour"

Foto: picture alliance / dpa

Die Diplom-Ökonomin gilt als zäh und zupackend. Kraft pflegt das Bild der Arbeitertochter – ihr Vater war Straßenbahnfahrer, die Mutter Verkäuferin.

Hannelore Kraft ist eine politische Aufsteigerin aus einfachen Verhältnissen. Ohne die übliche „Ochsentour“ machte die 48-Jährige in der SPD zügig Karriere. Nur wenige Monate nach ihrem Eintritt in die Partei wurde sie bereits in den Unterbezirksvorstand ihre Heimatstadt Mülheim gewählt.

Den Sprung in den Landtag schaffte sie bei der Wahl im Mai 2000, kein Jahr später war sie Ministerin. Zunächst war sie in der rot- grünen Landesregierung für Bundes- und Europaangelegenheiten zuständig. Dieses Amt war nur eine Zwischenstation, 2002 machte sie der damalige Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) zur Ministerin für Wissenschaft und Forschung.

In die erste Reihe bei den NRW-Sozialdemokraten rückte Kraft nach der verlorenen Landtagswahl 2005. Zunächst übernahm sie die Führung der Landtagsfraktion, 2007 wurde sie auch Vorsitzende des mitgliederstärksten SPD-Landesverbands. In beiden Ämtern ist sie die erste Frau. Das Debakel der SPD bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr sorgte für einen weiteren Karriereschritt. Kraft ist jetzt auch stellvertretende Bundesvorsitzende.

Die Diplom-Ökonomin gilt als zäh und zupackend. Kraft pflegt das Bild der Arbeitertochter – ihr Vater war Straßenbahnfahrer, die Mutter Verkäuferin. Wenn die 48-Jährige am Rednerpult des Landtags oder im Wahlkampf lauter wird, ist deutlich zu hören, dass sie aus dem Ruhrgebiet stammt. CDU und FDP bezeichnen Kraft, die früher als Unternehmensberaterin gearbeitet hat, gerne als „schrill“. Kraft ist verheiratet und hat einen 17-jährigen Sohn.

( (dpa) )