Die Börsen sehen entspannt nach Athen

Frankfurt/Athen. Der Wahlausgang in Griechenland hat die internationalen Börsen am Montag weitgehend kalt gelassen. Der deutsche Aktienmarkt setzte sogar seinen Rekordlauf fort. Auch an den europäischen Anleihemärkten blieben Turbulenzen aus – anders als während der Höhepunkte der Euro-Schuldenkrise. Der Euro zeigte sich stabil. Selbst der zeitweise um gut fünfeinhalb Prozent eingeknickte griechische Leitindex ASE holte einen guten Teil seiner Verluste wieder auf.

Börsianer seien anhaltend euphorisiert von der billionenschweren Geldspritze, die die Europäische Zentralbank (EZB) in der Vorwoche verabreicht habe, sagte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets. „Der Sieg der Syriza bedeutet nicht den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone“, betonten die Analysten der VP Bank. Zum einen reiche das Ergebnis nicht für einen Alleingang der Partei unter Alexis Tsipras. Zum anderen wolle der Parteichef sein Land in der Euro-Zone halten.

Am griechischen Anleihemarkt stieg die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen um 0,41 Prozentpunkte auf 8,59 Prozent. Im Euro-Raum war das die mit Abstand stärkste Bewegung. In Italien und Spanien gerieten Staatstitel nur leicht unter Druck. Die Renditen ergeben sich bei Staatsanleihen aus dem Wechselspiel von Kursen und Zinssätzen – und signalisieren damit den faktischen Preis, den Staaten für neue Schulden am Kapitalmarkt zahlen müssen. In den Jahren 2010 bis 2012, als die Euro-Krise ihren Höhepunkt erreicht hatte, waren diese Renditen noch dramatisch in die Höhe geschossen.

Am Markt für Kreditausfallversicherungen (CDS), mit denen ein Ausfall von Staatsanleihen abgesichert werden kann, stiegen nur die Preise für griechische Schuldtitel nennenswert an. CDS (Credit Default Swaps) auf italienische und spanische Anleihen fielen dagegen im Preis. Auch das zeigt, dass die Anleger vorerst kühlen Kopf bewahrten. Die wichtigste asiatische Börse in Tokio hatte zuvor mit nur geringen Verlusten auf den Wahlsieg der griechischen Linkspartei reagiert.