Ukraine meldet elf Tote bei Raketeneinschlag in einen Bus

Kiew/Berlin. In der Ostukraine sind beim Beschuss eines Busses elf Zivilisten getötet worden. Nach Angaben der ukrainischen Armee und Polizei hatten prorussische Separatisten am Dienstagnachmittag einen Kontrollposten der Armee mit einem Raketenwerfer beschossen, dabei aber versehentlich den Bus getroffen. Es ist der folgenschwerste Angriff auf Zivilisten seit Wochen. Unter den Toten sind sieben Frauen. Ein Vertreter der prorussischen Separatisten wies die Vorwürfe zurück und machte indirekt die ukrainische Armee verantwortlich.

Eine baldige Lösung des Konflikts ist weiter nicht in Sicht. Beide Seiten hatten sich am 9. Dezember auf eine Feuerpause geeinigt, doch nimmt die Gewalt seit Ende vergangener Woche wieder zu. Erst am Morgen wurden ein Soldat und drei Zivilisten getötet.

Die Hoffnungen auf einen baldigen Gipfel zur Lösung des Konflikts zerschlugen sich erneut. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seine Kollegen aus der Ukraine, Russland und Frankreich konnten sich am Montagabend in Berlin nicht auf einen Termin einigen. Steinmeier sprach von einem Austausch mit „Kontroversen“. Eigentlich sollte der Gipfel am Donnerstag in Kasachstan stattfinden.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte den Vierergipfel in Astana Ende Dezember angekündigt. Neben ihm und dem russischem Präsidenten Wladimir Putin sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande teilnehmen.