Russlands Militär provoziert die Nato

Atomrakete getestet, Kampfjets fliegen bis Portugal, Kriegsschiff kreuzt vor Lettland

Brüssel. Inmitten zunehmender Spannungen zwischen Moskau und den westlichen Staaten hat die russische Luftwaffe außergewöhnlich große Manöver abgehalten. Langstreckenbomber und Kampfjets flogen im internationalen Luftraum über Nord- und Ostsee, dem Schwarzen Meer und dem Atlantik. Zwei Bomber drangen sogar bis westlich von Portugal und Großbritannien vor. Die Nato sprach von einer Provokation und alarmierte Abfangjäger.

Gestern testete Moskau zudem eine mit Atomsprengköpfen bestückbare Interkontinentalrakete. Gleichzeitig meldete Lettland, ein russisches Kriegsschiff kreuze vor seiner Küste.

Offenbar reagierte Russlands Präsident Wladimir Putin mit den Manövern auf eine Rede des neuen Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg. Dieser wies darauf hin, dass die Zahl der Nato-Jets im Luftraum der östlichen Alliierten zuletzt verfünffacht worden sei. Auf einer Konferenz in Moskau hatte Putin erst vor wenigen Tagen erklärt, der Westen ignoriere völlig Russlands geopolitische Interessen. Man habe keinen Respekt mehr, Amerika wolle eine Vormachtstellung in der Welt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gab sich gestern gelassen: Sie sei „akut nicht besorgt“, dass „größere Verletzungen des Luftraums“ stattfänden.