IS startet Großoffensive auf Kobane

Kobane/Erbil. Im Kampf um das syrische Kobane haben die Dschihadisten des Islamischen Staates (IS) kurz vor dem Eintreffen kurdischer Verstärkung aus dem Nordirak eine Großoffensive gestartet. Dabei hätten sie einen rund drei Kilometer langen Korridor von dem Hügel Tell Schair bis zur Stadtgrenze eingenommen, sagte Rami Abdel Rahman, der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, der Nachrichtenagentur. Die die Stadt verteidigenden kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) halten somit nunmehr nur noch den knapp drei Quadratkilometer großen Stadtkern Kobanes.

Der Korridor im Westen diente den kurdischen Verteidigern unter anderem als Landesstreifen für die am Montag von US-Flugzeugen abgeworfenen Waffenlieferungen sowie als Pufferzone zum Grenzübergang in die Türkei. Gegenwärtig würden die IS-Kämpfer nach Angaben von Abdel Rahman die Enklave weiter von Nordwest angreifen und versuchen, sie von ihrem Grenzzugang abzuschneiden. Das Halten der Grenzverbindung ist für die YPG-Miliz von entscheidender Bedeutung, um Verstärkung kurdischer Peschmerga aus dem Nordirak zu erhalten.

Das Parlament der nordirakischen Autonomieregion Kurdistan hatte am Mittwoch beschlossen, die Verteidiger mit Peschmerga-Truppen zu unterstützen. Die kurdische Gorran-Partei im Nordirak teilte mit, dass zunächst rund 200 Peschmerga-Soldaten mit schweren Waffen aufbrechen sollen.