IS setzt Vormarsch in Syrien fort: 21 Dörfer erobert

Damaskus. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Norden Syriens ihre Herrschaft weiter ausgedehnt. Die Extremisten eroberten gestern 21 vor allem von Kurden bewohnte Dörfer an der Grenze zur Türkei. Die Orte gehören zu einer Enklave, die noch von sogenannten kurdischen Volksschutzeinheiten beherrscht wird. Sollte der IS das Gebiet einnehmen, würde er rund ein Drittel der mehr als 800 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze kontrollieren. Die sunnitischen Extremisten versuchen seit Monaten, die Enklave um Ain al-Arab zu erobern. Bislang konnten die Volksschutzeinheiten, die der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestehen, die meisten Angriffe abwehren. Die Terrormiliz habe bei ihren Angriffen in der Region Panzer und Artillerie eingesetzt, erklärten syrische Menschenrechtler.

Laut den Menschenrechtsbeobachtern hat die Terrormiliz die Stadt Ain al-Arab sowie umliegende Dörfer eingeschlossen. Die Einwohner könnten nur noch in Richtung Türkei entkommen. Aus Angst vor IS-Massakern seien rund 3000 Menschen in benachbarte Gebiete geflohen. Ankara befürchtet, dass sich bei einem internationalen Militäreinsatz gegen die Terrormiliz bis zu vier Millionen Flüchtlinge auf den Weg in Richtung Türkei machen könnten. Schon jetzt haben nach Regierungsangaben 1,2 Millionen syrische Bürgerkriegsflüchtlinge Zuflucht im Nachbarland Türkei gesucht. Bei Angriffen der syrischen Luftwaffe auf eine von IS-Kämpfern kontrollierte Stadt nordöstlich von Aleppo wurden mindestens 17 Menschen getötet. Die IS-Terrormiliz versucht von Al-Bab aus, auf das 40 Kilometer entfernte Aleppo vorzurücken. Teile Aleppos stehen unter Kontrolle von gemäßigten Rebellen, die sowohl das Regime als auch die Extremisten des Islamischen Staates bekämpfen. Im benachbarten Irak starben bei US-Luftangriffen im Norden des Landes mindesten 25 Extremisten.