Experten kritisieren EU-Angebote gegen Jugendarbeitslosigkeit

Berlin. Experten sehen die EU-Bemühungen zum Abbau der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa kritisch. Der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW, Clemens Fuest, sagte bei der Vorstellung einer Studie der Robert-Bosch-Stiftung, staatliche Ausbildungsplätze und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen seien meist keine starke Brücke in den Arbeitsmarkt. „Der derzeitige Ansatz der EU, jedem Jugendlichen innerhalb von vier Monaten mit öffentlichen Mitteln irgendein Angebot zu machen, ist daher problematisch.“

Derzeit sind europaweit 7,5 Millionen junge Menschen ohne Ausbildung oder Arbeit. Krisenländer wie Spanien, Italien oder Portugal sollten sich darauf konzentrieren, junge Menschen zu qualifizieren, so Fuest. Auch bei Berufsberatung und Arbeitsvermittlung gebe es Nachholbedarf. Die Wissenschaftler kritisieren eine Spaltung der Arbeitsmärkte in Südeuropa. Während Festangestellte von starken Kündigungsschutzgesetzen profitierten, seien Berufseinsteiger oft nur befristet beschäftigt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bietet EU-Ländern nun Hilfe an. Sie könnten von der deutschen dualen Ausbildung profitieren.

( (dpa) )

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