Ukraine-Politik: Nasa stoppt Projekt mit Russland

Moskau beruft Botschafter ein wegen Nazivergleich von Finanzminister Schäuble

Houston/Moskau. Die Krim-Krise hat die Raumfahrt erreicht. Die Nasa stoppt wegen der Ukraine-Politik des Kreml ihre Zusammenarbeit mit Russland. Bei dem mit Abstand wichtigsten Projekt, dem Betrieb der Internationalen Raumstation (ISS), soll es jedoch keine Abstriche geben. Russland reagierte gelassen. Außer der ISS gebe es keine Zusammenarbeit mit den USA auf Staatsebene, twitterte Vizeregierungschef Dmitri Rogosin.

Die USA sind nach dem Ende ihres Shuttleprogramms auf russische Sojus-Kapseln für den Transport von Astronauten zur ISS angewiesen. Pro Reise zahlt die Nasa 50 Millionen Euro. Derzeit arbeiten zwei Amerikaner auf der ISS. Der Nasa-Astronaut Reid Wiseman soll Ende Mai in den Kosmos starten, mit dem Deutschen Alexander Gerst und dem Russen Maxim Surajew. Die Mission sei nicht gefährdet, hieß es zuletzt. Der Westen wirft Russland vor, sich die Halbinsel Krim völkerrechtswidrig einverleibt zu haben.

Der deutsche Botschafter in Moskau ist wegen Äußerungen von Finanzminister Wolfgang Schäuble zum russischen Vorgehen auf der Krim einbestellt worden. Schäuble hatte Parallelen zwischen der Ukraine-Politik von Präsident Wladimir Putin und der Annexion des Sudetenlandes 1938 durch Nazi-Deutschland gezogen.