EU setzt Gespräche über Freihandel mit USA teilweise aus

Brüssel. Die EU und die USA wollen die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Doch die Europäer haben den öffentlichen Protest unterschätzt. EU-Kommissar Karel De Gucht zieht vier Monate vor den Europawahlen die Reißleine. Wegen der Kritik von Bürgern setzt die EU-Kommission die Gespräche mit den USA teilweise aus. Zunächst soll es zu den umstrittenen Klauseln für den Investitionsschutz von Unternehmen über drei Monate hinweg eine öffentliche Befragung geben. Das kündigte Handelskommissar De Gucht am Dienstag überraschend an. Die Verhandlungen in den anderen Bereichen sollen weiterlaufen. Die EU und die USA sprechen seit sechs Monaten über die Schaffung der größten Freihandelszone der Welt mit 800 Millionen Menschen. Der Wegfall von Zöllen und anderen Handelshemmnissen soll für mehr Wachstum und Arbeitsplätze sorgen. Wegen der Ausspähaffäre um den US-Geheimdienst NSA hatte es Forderungen gegeben, die Verhandlungen ganz zu unterbrechen. Das wollen die Mitgliedsstaaten aber nicht.