Zerstörung syrischer Chemiewaffen kann bald beginnen

Einsatz von US-Spezialschiff startet absehbar noch im Januar

Washington/Limassol. Die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen hätte längst beginnen sollen. Doch Kämpfe verzögerten den Abtransport der giftigen Stoffe. Nun kann es bald losgehen, die Zerstörung soll noch in diesem Monat beginnen. Ein dafür umgerüstetes US-Spezialschiff werde innerhalb von etwa zwei Wochen auslaufen, sagte der zuständige Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, Frank Kendall, in Washington. Für den Weg ins Mittelmeer braucht die „Cape Ray“ nach Angaben des Kapitäns etwa zehn Tage. Die Zerstörung der Chemiewaffen wird laut Verteidigungsministerium maximal 90 Tage dauern.

Kendall rechnet damit, dass etwa 700 Tonnen Chemikalien vernichtet werden müssen. Das giftige Material soll auf dänischen und norwegischen Schiffen von Syrien zur „Cape Ray“ transportiert und dann umgeladen werden. Wo und wann genau das geschehen werde, sei noch nicht entschieden, sagte Kendall. Das Umladen werde rund zwei Tage in Anspruch nehmen. Eine norwegische Fregatte, die beim Abtransport der Chemiewaffen helfen soll, verließ am Freitag den Hafen Limassol auf Zypern. Das Schiff soll sich in einer Zone vor Syrien aufhalten, um jederzeit einsatzbereit zu sein.

Einen genauen Zeitplan für den Transport der gefährlichen Kampfstoffe aus Syrien gebe es noch nicht, sagte ein Sprecher der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag. „Es kann aber jeden Moment beginnen.“ Der Exekutivausschuss der OPCW soll am 8. Januar über das weitere Vorgehen beraten.

Dem Beschluss des Uno-Sicherheitsrates zufolge sollen die Kampfstoffe, darunter Sarin und Senfgas, mit russischen gepanzerten Lastwagen und in 3000 amerikanischen Containern zum syrischen Hafen Latakia transportiert werden. Auf der „Cape Ray“ sollen die Chemiewaffen auf See neutralisiert werden. Marineeinheiten würden das Schiff laut Kendall währenddessen schützen.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden bei mehreren Gasangriffen Tausende Menschen getötet, darunter auch viele Zivilisten. Nach einer Drohung aus Washington hatte die syrische Regierung der Vernichtung ihrer chemischen Kampfstoffe zugestimmt.