USA jagen Terroristen in Afrika

Spezialtruppen fangen Anführer in Libyen, gesuchter Al-Shabaab-Mann in Somalia kann entkommen

Washington. Spezialeinsatz gegen Topterroristen: Elitesoldaten der USA haben in Somalia und Libyen hochrangige Anführer von Terrorgruppen angegriffen. In Somalia scheiterte der Versuch, einen Befehlshaber der Al-Shabaab-Miliz festzunehmen, der mit dem tödlichen Anschlag auf ein Einkaufszentrum in Nairobi vor zwei Wochen in Verbindung gebracht wird, wie aus US- und Extremistenkreisen verlautete. Ein somalischer Geheimdienstmitarbeiter sagte, der Angriff habe dem Chef der Al-Shabaab-Miliz, Mukhater Abu Zubeyr, gegolten.

Es sollte laufen wie 2011 bei der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden in Pakistan: Eine Gruppe der Navy Seals aus derselben Einheit wie damals in Pakistan näherte sich in der Küstenstadt Barawe in den frühen Morgenstunden schwimmend einem Haus am Ufer, in dem ausländische Kämpfer vermutet wurden.

Ein US-Militärvertreter sagte, die Soldaten hätten sich Zugang zu dem Gebäude verschafft, und es sei ein 15- bis 20-minütiges Gefecht entbrannt. Aufgrund des erbitterten Widerstands habe der Befehlshaber der Truppe zum Rückzug geblasen, sagte er. In Washington bestätigte Pentagonsprecher George Little, dass US-Soldaten an einem Einsatz gegen die somalische Al-Shabaab-Miliz beteiligt gewesen seien, nannte aber keine weiteren Details.

Wenige Stunden später folgte ein zweiter Spezialeinsatz gegen einen gesuchten Al-Qaida-Anführer in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Soldaten der Delta Force nahmen Nasih Abdul-Hamed al-Rukai gefangen, der zu den meistgesuchten Terroristen des FBI gehört, wie das Pentagon mitteilte. Er befinde sich inzwischen an einem sicheren Ort außerhalb des Landes. Der Mann, der auch unter dem Namen Anas al-Libi bekannt ist, soll an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 beteiligt gewesen sein, bei denen mehr als 250 Menschen getötet worden waren. Al-Libis Bruder Nabih sagte, Nasih habe sein Auto vor dem Haus geparkt, als drei Fahrzeuge mit schwer bewaffneten Männern ihn umstellten, gewaltsam aus dem Auto zerrten und mitnahmen. Al-Libis Frau habe die „Entführung“ aus dem Fenster beobachtet.

Der amerikanische Außenminister John Kerry sagte, Terroristen könnten zwar weglaufen, aber sich nicht verstecken. Ausländische Kampfverbände, häufig US-Soldaten, haben immer wieder in Somalia Einsätze gegen Rebellen der Al-Shabaab-Miliz oder gegen Vertreter des Terrornetzwerks al-Qaida lanciert. In Barawe, rund 240 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu, hatten Elitesoldaten vor vier Jahren einen hochrangigen Al-Qaida-Anführer und fünf weitere Menschen getötet.

Das Opfer, Saleh Ali Saleh Nabhan, soll ebenfalls in die Botschaftsanschläge im Jahr 1998 verwickelt gewesen sein.