Alternativer Nobelpreis für Giftgas-Gegner

Stockholm. Der US-Amerikaner Paul Walker bekommt den Alternativen Nobelpreis für seinen Kampf um die Vernichtung von Giftgas-Vorräten. Er sei „einer der effektivsten Wegbereiter für die Abschaffung von Chemiewaffen“, wie die Right Livelihood Award-Stiftung in Stockholm verkündete. Durch Walkers Einsatz seien schon Zehntausende Tonnen chemischer Waffen aus sechs nationalen Arsenalen sicher vernichtet worden.

Den Arzt Denis Mukwege ehrt die Stiftung für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in seiner Heimat, der Demokratischen Republik Kongo. In einem Krankenhaus in Süd-Kivu behandelt der Gynäkologe Opfer sexueller Kriegsgewalt. Seit Jahren setzt er sich öffentlich dafür ein, deren Peiniger zur Rechenschaft zu ziehen. Auch ein Attentat auf ihn, bei dem statt Mukwege einer seiner Mitarbeiter starb, brachte ihn nicht dazu, aufzuhören. Mukwege wird auch als Anwärter für den Friedensnobelpreis gehandelt.

Weitere Preisträger sind der Schweizer Agrarforscher Hans R. Herren und der palästinensische Anwalt und Menschenrechtler Radschi Surani. Herren rettete laut der Stiftung mit einem biologischen Programm zur Schädlingsbekämpfung in Afrika „Millionen von Menschen das Leben“. Mit seiner Schweizer Stiftung helfe Herren heute Landwirten, „Hunger, Armut und Krankheit durch biologischen Landbau zu bekämpfen“. Der Anwalt Surani erhält den Preis, weil er sich „furchtlos und vorurteilsfrei für die Menschenrechte in Palästina und der arabischen Welt“ einsetzt. Im Gazastreifen dokumentiere Surani Menschenrechtsverletzungen, vertrete Opfer und bilde inzwischen auch syrische Juristen aus.

Der Alternative Nobelpreis – offiziell Right Livelihood Award (Preis für richtige Lebensführung) – ehrt mit kritischer Distanz zu den Nobelpreisen Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden.