Giftgasexperten der Uno reisen wieder nach Damaskus

Moskau. Die Chemiewaffen-Inspektoren der Vereinten Nationen werden nach russischen Angaben am heutigen Mittwoch für weitere Überprüfungen nach Syrien zurückkehren. Der stellvertretende Außenminister Sergej Riabkow sagte am Dienstag im Parlament, die Experten sollten weitere Fälle untersuchen, in denen mutmaßlich Giftgas eingesetzt worden sei.

Russland und die USA haben sich auf einen Plan zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen verständigt. Er soll durch eine Resolution des Uno-Sicherheitsrates untermauert werden, über die derzeit verhandelt wird. Die Gespräche mit den USA darüber liefen aber nicht reibungslos, sagte Riabkow. Russland habe die Befürchtung, dass die von den USA angedrohte Militäraktion als Reaktion auf den Giftgaseinsatz in Syrien nur aufgeschoben sei.

Der von den USA und Russland ausgehandelte Plan sieht vor, dass die syrische Regierung ihre C-Waffen-Bestände binnen einer Woche offenlegt und sie dann bis Mitte 2014 vernichtet. Ein gemeinsames Papier der USA, Frankreichs und Großbritanniens lässt den Einsatz von Gewalt zu, falls Syrien dieser Forderung nicht nachkommt. Diplomaten erwarten aber, dass Russland diese Passage streichen lassen wird.

Um die Frage gibt es seit Tagen Streit zwischen den USA und Russland. Die USA werfen Syriens Regierungstruppen unter anderem vor, bei einem Giftgasangriff am 21. August mehr als 1400 Menschen getötet zu haben. Das mit der Führung in Damaskus verbündete Russland sieht die Verantwortung hingegen bei den Aufständischen, die seit Frühjahr 2011 gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad kämpfen.

Washington zeigte sich nach dem Chemiewaffeneinsatz am 21. August zunächst zu einem Militärangriff gegen Assad bereit. Später einigten sich die USA und Russland auf einen Plan zur Vernichtung der syrischen Giftgasbestände, dem Damaskus zustimmte. Syrien ist ein Schwerpunkt-Thema bei der derzeitigen Generaldebatte der Uno-Vollversammlung.