USA stellen Syrien Ultimatum: Giftgas abgeben oder Krieg

Assad habe eine Woche Zeit. Russland drängt jetzt den Diktator zum Einlenken

Hamburg. Überraschende Entwicklung in der Syrien-Krise: Russland drängt Syriens Machthaber Baschar al-Assad, seine Chemiewaffen unter internationale Kontrolle zu stellen. Anschließend sollten sie zerstört werden. Außenminister Sergej Lawrow sagte in Moskau, seine Regierung werde ihren Einfluss in Syrien nutzen, um so einen US-Militärschlag doch noch abzuwenden. Syriens Außenminister begrüßte den Vorstoß Russlands, ohne jedoch ausdrücklich zuzustimmen.

Wenige Stunden zuvor hatte US-Außenminister John Kerry in London verkündet, Assad könne einen amerikanischen Angriff noch vermeiden, wenn er innerhalb einer Woche alle Chemiewaffen an die internationale Staatengemeinschaft übergebe. Später erklärte Kerrys Ministerium aber, dies sei „rhetorisch“ gemeint gewesen. Wenn Assad dies wollte, hätte er es längst getan.

US-Präsident Barack Obama plant den Militärschlag als Reaktion auf einen Giftgaseinsatz, bei dem angeblich mehr als 1400 Menschen ums Leben kamen. Im US-Kongress, der zustimmen soll, gibt es großen Widerstand. Obamas Stabschef Denis McDonough räumte bei CNN ein, es fehlten hundertprozentig sichere Beweise, dass Assad den Giftgasbefehl gegeben habe. Der „gesunde Menschenverstand“ sage aber, „dass das Regime dies ausgeführt hat“.