Neuer Präsident Keita will Mali aus der Krise führen

Bamako. Der gewählte malische Präsident Ibrahim Boubacar Keita will das westafrikanische Land aus der Krise führen. Der 68-jährige Politikveteran dankte seinem Rivalen Soumaila Cissé, der am Montagabend seine Niederlage eingestanden hatte. Keita zeigte sich im Fernsehsender Africable überglücklich. „Ich bin noch immer voller Emotionen“, sagte der ehemalige Regierungschef. Gleichzeitig sprach er die schweren Aufgaben an, die ihn als Präsident erwarteten. „Unser Land ist nicht leicht“, betonte Keita.

Eineinhalb Jahre nach einem Militärputsch warten auf den neuen Präsidenten riesige Aufgaben. Nachdem der Norden zeitweise von Islamisten und Separatisten besetzt gewesen war, muss die Region neu aufgebaut werden. Erst ein Eingreifen französischer und afrikanischer Soldaten im Januar hatte die Gewaltherrschaft der Islamisten beendet. Hinzu kommen Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut und das Fehlen von Infrastruktur.

Obwohl das offizielle Ergebnis auch am Dienstag noch ausstand, lag Keita bei der Auszählung offensichtlich uneinholbar vorn. Ex-Finanzminister Cissé besuchte Keita in seinem Haus in Bamako und gratulierte ihm. „Du bist mein großer Bruder, und es ist die Pflicht des kleinen Bruders, in das Haus des Älteren zu gehen und ihm zum Sieg zu gratulieren“, sagte Cissé, wie ein Sprecher Keitas mitteilte. Keita hatte bereits im ersten Wahlgang fast 40 Prozent der Stimmen erhalten und galt als klarer Favorit bei der Stichwahl. Seine Anhänger nennen Keita nach den Initialen kurz IBK. Sein Spitzname „Kankeletigui“ bedeutet in der Regionalsprache Bambara soviel wie „ein Mann, der zu seinem Wort steht“. Die Bevölkerung setzt darauf, dass er Mali durch seine Erfahrung und sein Image als ehrlicher Politiker aus der Krise führen kann.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton rief die Politiker in dem Krisenstaat auf, die Ergebnisse der Wahl anzuerkennen. Die künftige Regierung müsse Frieden und nationale Einheit schaffen, teilte Ashton mit.