Weltjugendtag: Der Papst wettert gegen „vergängliche Götzen“

Die erste Messe hielt er im Marienwallfahrtsort Aparecida

Rio de Janeiro/Aparecida. Papst Franziskus hat an dem brasilianischen Marienwallfahrtsort Aparecida vor „vergänglichen Götzen“ gewarnt und zu einer Rückkehr zum wahren Glauben aufgerufen. In seiner ersten Messe auf brasilianischem Boden wetterte Franziskus am Mittwoch in der Basilika von Aparecida gegen Geld, Erfolg, Macht und Vergnügen als die Götzen auch vieler junger Leute. Vor bis zu 200.000 Menschen stellte er christliche Werte wie Großherzigkeit, Ausdauer und Brüderlichkeit dagegen. „Der Stärkste ist Gott, und Gott ist unsere Hoffnung“, sagte er.

Der 76 Jahre alte Pontifex war mit dem Hubschrauber zu Brasiliens bedeutendstem Marienwallfahrtsort Aparecida geflogen, 260 Kilometer von Rio entfernt. Dort war der argentinische Papst jubelnd empfangen worden, trotz starken Regens. Strikteste Sicherheitsmaßnahmen begleiteten den Besuch, nachdem am Sonntag in Aparecida ein selbst gebauter Sprengsatz von der Polizei gefunden und entschärft worden war.

In dem bedeutenden Wallfahrtsort fanden der Überlieferung nach drei Fischer im Oktober 1717 eine kleine Marienfigur, als sie ihre Netze im Paraíba-Fluss auswarfen. Doch war das Abbild ohne Kopf. Als sie noch einmal die Netze auswarfen, fanden sie auch den Kopf. Nachdem sie beides zusammengefügt hatten, wurde die nur 40 Zentimeter hohe Figur der Schwarzen Madonna so schwer, dass sie zunächst nicht mehr bewegt werden konnte. Auch fingen die Fischer so viele Fische, dass ihr Boot unterzugehen drohte. An diesem Donnerstag steht das erste Treffen mit den Pilgern des Weltjugendtages beim „Papst-Willkommen“ an der Copacabana an.

Dort am Strand hieß Rios Erzbischof Orani João Tempesta Jugendliche aus 175 Ländern willkommen. „In dieser Woche verwandelt sich Rio in das lebendige und junge Zentrum der Kirche“, sagte er in seiner Predigt, die über riesige Bildschirme entlang des kilometerlangen Strandes übertragen wurde. „Wir sind aufgerufen, die Protagonisten einer neuen Welt zu sein. Die Welt braucht Jugendliche wie euch!“, rief der Bischof den Teilnehmern zu.

Die Jugend sei das Fenster, durch das die Zukunft in die Welt eintrete

Die Eröffnungszeremonie begann mit einem Musikfestival zunächst bei strömendem Regen, der gegen Abend nachließ. An dem bis Sonntag dauernden Weltjugendtag nehmen bis zu zwei Millionen Pilger teil, darunter auch etwa 2000 aus Deutschland. Der Weltjugendtag gilt als das größte internationale Treffen der katholischen Kirche. Zuletzt wurde die Veranstaltung 2011 in Madrid organisiert.

An der Messe nahmen nach ersten Polizeischätzungen rund 400.000 Menschen teil. Nach Veranstalterangaben waren es über 500.000 Teilnehmer. Auch Franziskus hatte kurz nach seiner Ankunft in Rio die Rolle der jungen Generation als Hoffnungsträger für die Welt hervorgehoben. Die Jugend sei das Fenster, durch das die Zukunft in die Welt eintrete. Der Papst zeigte sich mit dem Auftakt seiner Reise zufrieden. „Ein Dank an euch alle und alle Behörden für den großartigen Empfang in Rio“, twitterte er.

Der Weltjugendtag steht unter dem Motto „Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker der Erde“, was dem Matthäus-Evangelium entnommen ist. Rios Erzbischof dankte auch dem emeritierten Papst Benedikt XVI. für die Entscheidung, Rio als Veranstaltungsort zu wählen. „Wir wissen, dass er (Benedikt) uns im Gebet begleitet“, sagte Tempesta. Der Weltjugendtag endet am Sonntag mit einer feierlichen Messe.