Hunderttausende Portugiesen protestieren gegen Sparpolitik

Lissabon. Hunderttausende Portugiesen haben am Wochenende gegen die Sparpolitik ihrer konservativen Regierung protestiert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen an den Kundgebungen in mehr als 30 portugiesischen Städten insgesamt 1,5 Millionen Menschen teil. Die Demonstranten forderten den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho.

Bei den Kundgebungen sangen die Demonstranten das Kampflied "Grândola, Vila Morena", das im April 1974 die Hymne der "Nelkenrevolution" war. Damals hatte eine Gruppe von Militärs die rechtsgerichtete Diktatur gestürzt.

Die Proteste in dem Euro-Krisenland richteten sich vor allem gegen die Sparauflagen, die die Troika von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Weltwährungsfonds (IWF) der Regierung in Lissabon gemacht hatte. Zu den Demonstrationen hatte die Initiative "Zum Teufel mit der Troika" aufgerufen. Portugals Wirtschaft steckt tief in einer Rezession, die Arbeitslosenquote ist auf fast 17 Prozent gestiegen.