Bürgerkrieg in Syrien

Granaten in Damaskus – Oppositionschef droht Ärger

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Syrische Rebellen wagen sich in Innenstadt von Damaskus vor. Interview mit einer israelischen Zeitung könnte al-Chatib Ärger eintragen.

Istanbul/Damaskus. Die syrische Opposition will nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass die Chemiewaffen des Regimes nicht in die Hände von Terroristen fallen. Das versprach Moas al-Chatib, der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition, in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der israelischen Zeitung „Jediot Achronot“.

Das Interview könnte dem islamischen Prediger, der schon wegen seines Vorstoßes für einen Dialog mit dem Regime kritisiert worden war, neuen Ärger aus den eigenen Reihen einbringen. Denn die überwältigende Mehrheit der syrischen Opposition ist gegen jegliche Kontakte zu Israel.

In der Hauptstadt Damaskus wagen sich die Rebellen inzwischen wieder weiter vor. Am Freitag schlugen in der Nähe des zentralen Abbassiden-Platzes mehrere Mörsergranaten ein. Nach Informationen von Augenzeugen galt der Angriff einem Gebäude des Geheimdienstes der Luftwaffe.

Bei einem Bombenanschlag auf eine Militärfabrik in der Provinz Hama sind nach Angaben von Aktivisten 54 Zivilisten ums Leben gekommen – unter ihnen elf Frauen. Wie die oppositionelle syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte, explodierte eine Autobombe in der Ortschaft Burak, als die Fabrikarbeiter nach Hause gehen wollten. Der Anschlag ereignete sich nach Informationen der Organisation bereits am Mittwochnachmittag.

In der Stadt Aleppo wurde der Bruder eines Parlamentariers von getötet. Das berichteten staatliche Medien und Websites der Opposition. Die Leiche von Chalid al-Hamra wurde auf einer Straße gefunden. Die staatliche Presse schrieb, der Bruder von Ahmed al-Hamra sei von „bewaffneten Gruppen“ erst entführt und dann ermordet worden. In den vergangenen Monaten waren bereits mehrere Angehörige von Parlamentariern und Funktionären des Regimes von Präsident Baschar al-Assad ermordet worden.

Israel und westliche Staaten haben wiederholt die Sorge geäußert, dass die Massenvernichtungswaffen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad islamistischen „Gotteskrieger“ oder der israelfeindlichen libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah in die Hände fallen könnten.

Israel will das verhindern und hatte Medienberichten zufolge am Mittwoch vergangener Woche in Syrien einen Konvoi mit Luftabwehrraketen bombardiert, die für die Hisbollah bestimmt gewesen sein sollen.

( (dpa) )

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