Bill Clinton fordert: "Lasst Obama im Amt"

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Charlotte. Eine Woche nach der Kür des Republikaners Mitt Romney zum Präsidentschaftskandidaten haben die US-Demokraten Amtsinhaber Barack Obama offiziell in die Wahlschlacht ums Weiße Haus geschickt. Der Parteitag in Charlotte (North Carolina) nominierte Obama für die Wahl am 6. November. Der Präsident wollte in der Nacht zu heute die Nominierung annehmen und zugleich seine Ziele in einer zweiten Amtszeit skizzieren.

Vor der Nominierung hatte Ex-Präsident Bill Clinton beim Parteitag in einer umjubelten Rede die Bilanz seines Nachnachfolgers gegen Angriffe der Republikaner verteidigt. "Ich will einen Mann nominieren, der nach außen hin cool ist, aber im Inneren für Amerika brennt", rief Clinton den begeisterten Delegierten zu. Am Ende der 48 Minuten langen Rede zu bester TV-Sendezeit kam Obama überraschend auf die Bühne, um Clinton zu umarmen. Auch Obamas Ehefrau Michelle, die Dienstagnacht mit ihrer Rede im Rampenlicht stand, schaute in der Arena zu.

Clinton brach eine Lanze für Obamas Wirtschaftspolitik, die ein Hauptangriffspunkt der Republikaner ist. Der Präsident habe in seinen ersten vier Jahren die wirtschaftliche Erholung vorangetrieben und das Sozialsystem der USA auf neue Beine gestellt, sagte Clinton. "Lasst Obama im Amt", rief der 66-Jährige seine Landsleute auf.

Clinton warf den Republikanern vor, Obama bei seinem Amtsantritt vor vier Jahren wirtschaftlich ein Chaos hinterlassen zu haben. Beim Nominierungsparteitag der Republikaner in Tampa sei das Argument gegen eine Wiederwahl Obamas ganz simpel gewesen, spottete Clinton: "Wir haben ihm einen totalen Saustall hinterlassen, er hat ihn nicht schnell genug aufgeräumt, also feuert ihn und lasst uns wieder ran." Clinton sagte: "Kein Präsident, weder ich noch einer meiner Vorgänger, hätte jemals den ganzen Schaden in nur vier Jahren beheben können."

( (dpa) )