300 Euro in Dänemark, nichts Konkretes in Italien

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Berlin. In Deutschland sollen Asylbewerber nach dem Karlsruher Urteil mehr Geld bekommen. Wie ist deren Lage in anderen europäischen Ländern? Ein Vergleich.

Frankreich: Die Behörden registrierten 2011 mehr als 57 000 Asylanträge, von denen rund 10 700 angenommen wurden. Alle Bewerber haben das Recht auf eine medizinische Minimalversorgung und einen Platz in einem Wohnheim. Zusätzlich gibt es bei kompletter Selbstverpflegung bis zu 202 Euro monatlich für eine Einzelperson. Bei Vollverpflegung sind es bis zu 91 Euro.

Österreich: Im vergangenen Jahr wurden von 22 570 Fällen 5865 Asylbewerber anerkannt. Die Grundversorgung beträgt in betreuten Unterkünften 150 Euro pro Monat für Lebensmittel plus 40 Euro Taschengeld. Bei privatem Wohnen gibt es noch einen Mietzuschuss von 110 Euro pro Monat. Dazu kommen eine Bekleidungshilfe von 150 Euro im Jahr sowie Geld für Schulbedarf und die Krankenversicherung.

Dänemark: Derzeit haben etwa 2500 Personen Anspruch auf staatliche Leistungen für Asylbewerber. Einzelpersonen in Asylzentren bekommen pro Monat umgerechnet etwa 300 Euro: Hinzu kommen gestaffelte Leistungen für Kinder sowie Sachleistungen.

Niederlande: Im vergangenen Jahr stellten in den Niederlanden insgesamt 11 590 Flüchtlinge eine Asyl- oder Immigrationsanfrage. Die Regelsätze für ihre materielle Unterstützung werden wochenweise berechnet. Monatlich erhalten erwachsene Asylbewerber bei Unterbringung ohne Verpflegung etwa 225 Euro. Kinder von zwölf bis 18 Jahren erhalten monatlich etwa 174, jüngere Kinder rund 145 Euro.

Großbritannien: Im Jahr 2010 lag die Zahl der Asylbewerber bei 17 790. Asylbewerber bekommen eine mietfreie Unterkunft und zusätzlich Geld. Erwachsene erhalten monatlich etwa 184 Euro. Für Familien und Alleinerziehende sind die Raten höher.

Italien: 2011 wurden 37 350 Anträge auf Asyl gestellt, 10 288 Asylbewerber anerkannt. Konkrete Leistungen für Asylbewerber weist die italienische Statistik nicht aus. Der Flüchtlingsrat CIR kritisiert, es gebe Unterschiede zwischen den Rechten der Asylbewerber und der realen, oft problematischen Lage in den Unterkünften.

( (dpa) )