Regimetreue Miliz tötet in Syrien mehr als 30 Sunniten

Damaskus/Moskau. Der blutige Machtkampf in Syrien führt zu einer immer größeren Kluft zwischen regimekritischen Sunniten und den mehrheitlich regimetreuen Alawiten. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, in einem vorwiegend von Alawiten bewohnten Viertel der Stadt Homs habe ein Aktivist auf einem Platz 34 Leichen liegen sehen. Bei den Getöteten soll es sich um sunnitische Zivilisten handeln, die zuvor von Angehörigen der Schabiha-Miliz aus den "Vierteln der Revolutionäre" verschleppt worden waren. Als Anführer der Schabiha gelten Assads Cousins Fawaz al-Assad und Munzhir al-Assad.

Zugleich setzte Russland einen Flugzeugträger und weitere schwere Kriegsschiffe in Richtung Syrien für internationale Manöver in Gang. Russische Medien werteten dies als Drohkulisse gegenüber der Nato. Russland lehnt einen Regimewechsel nach "libyschem Vorbild" ab. Das Land ist ein wichtiger Waffenkunde Russlands.

Bereits am Montag sollen landesweit 50 Menschen von Angehörigen der Sicherheitskräfte und der Milizen getötet worden sein, die meisten von ihnen in der Protesthochburg Homs. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Regierungstruppen hätten am Vortag in Homs drei "Terroristen" getötet. Außerdem berichtete Sana, eine bewaffnete Bande habe in Homs das Feuer auf einen Bus mit Beamten der lokalen Landwirtschaftsbehörde eröffnet und dabei zwei Menschen verletzt.

Die Aktivisten, die seit März versuchen, den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad zu erzwingen, berichteten ihrerseits von 13 Verletzten beim Beschuss eines Dorfes nahe der türkischen Grenze. Drei der verletzten Zivilisten seien zur Behandlung in die Türkei gebracht worden, hieß es.

Wegen der Medienblockade sind Berichte über Militäroperationen in Syrien nur schwer nachzuprüfen.

( (dpa) )

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