Atomkrise: Westen droht Iran mit harten Sanktionen

Wien. Schärfere Sanktionen ja, Militärschlag nein: Nachdem die Atomenergiebehörde (IAEA) erdrückende Belege für Arbeiten an einer iranischen Atombombe vorgelegt hat, zeichnet sich eine härtere Gangart des Westens gegen die Führung in Teheran ab. Frankreich sei zu "Sanktionen beispiellosen Ausmaßes" bereit, sagte Außenminister Alain Juppé. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle bekräftigte, falls sich Teheran ernsthaften Verhandlungen verweigere, würden "neue, schärfere Sanktionen unausweichlich". Nach wie vor allerdings stemmt sich die Uno-Vetomacht Russland gegen eine härtere Gangart.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad zeigt sich unbeeindruckt und schwor, Teheran werde nicht einen Jota vom eingeschlagenen Weg abweichen. Der Iran hat nach Erkenntnissen der IAEA zumindest bis 2010 an der Entwicklung einer Atombombe gearbeitet. So soll das Land Sprengkapseln getestet haben, die für eine Atombombe geeignet wären, und ballistische Raketen für Atomsprengsätze vorbereiten.

Israels Regierung hüllte sich lange in Schweigen. In einer späten, kargen Erklärung hieß es, die Bedeutung des IAEA-Berichts bestehe darin, dass die internationale Gemeinschaft das Streben des Iran nach Atomwaffen beenden müsse. Dennoch wächst weltweit die Sorge vor einem militärischen Alleingang Israels.

( (dpa) )