Energiewende

Japan sucht jetzt auch den Einstieg in den Atomausstieg

Tokio. Vier Monate nach der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima plant die japanische Regierung offensichtlich eine Kehrtwende in ihrer Energiepolitik. Premierminister Naoto Kan kündigte an, Japan wolle in "Etappen" aus der Atomkraft aussteigen, gab aber keinen genauen Zeitplan an. Sein Land werde "eine zukünftige Gesellschaft ohne Kernkraftwerke schaffen", sagte Kan auf einer Pressekonferenz. Japan solle an einer Gesellschaft arbeiten, die nicht von der Atomkraft abhängig sei, forderte der Premier.

Die japanischen AKW hatten bis zu dem durch ein Erdbeben ausgelösten Tsunami am 11. März 30 Prozent des Energiebedarfs der drittgrößten Volkswirtschaft abgedeckt. Nach dem Ausfall des Katastrophenkraftwerks Fukushima und der Überprüfung zahlreicher Nuklearanlagen lag der Atomanteil im Juni bei 18 Prozent.

Als Folge der Natur- und Atomkatastrophe leidet Japan derzeit unter einer massiven Stromknappheit. Kan äußerte sich überzeugt, dass die japanische Wirtschaft in Folge von Energieeinsparungen und dezentrale Stromversorgung die Energieengpässe in diesem Sommer meistern werde.

( (dpa) )