US-Soldaten verhaften Deutsch-Afghanen in Kabul

Berlin. Die Bundesregierung bemüht sich bei den amerikanischen Behörden um Zugang zu einem Deutsch-Afghanen, der in Afghanistan verhaftet wurde. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagt, dass sich der Bundesbürger in Gewahrsam der US-Behörden befindet. Nach Angaben seiner Familie wird der 23-Jährige im berüchtigten Militärgefängnis Bagram festgehalten. Zu Details wollte sich Westerwelle nicht äußern.

Der Mann, der am 8. Januar im Haus seines Vaters in Kabul verhaftet worden sein soll, steht nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" offensichtlich unter Terrorverdacht. Gründe für die Festnahme seien den Angehörigen in Frankfurt jedoch nicht genannt worden. Haddid N. soll an der Frankfurter Fachhochschule Bauingenieurswesen studiert haben.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat gegen Haddid N. bereits ermittelt. 2009 soll es Hinweise aus seinem Umfeld gegeben haben, wonach der gebürtige Frankfurter sein äußeres Erscheinungsbild verändert habe und sich möglicherweise in einem Terrorcamp ausbilden lassen wolle. Das Ermittlungsverfahren wurde jedoch 2010 eingestellt, weil ihm keine konkreten Kontakte zu Terroristen nachgewiesen werden konnten.