Opposition in Ägypten spricht von Betrug und boykottiert Stichwahl

Kairo. Rund 29 Millionen Ägypter waren gestern aufgerufen, bei Stichwahlen über die endgültige Zusammensetzung des Parlaments zu entscheiden. Die Opposition hatte zum Boykott aufgerufen. Sie wirft der regierenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Präsident Husni Mubarak vor, bereits die Ergebnisse der ersten Runde vor einer Woche manipuliert zu haben. Das staatliche Fernsehen berichtete, die Wahlbeteiligung sei deutlich geringer gewesen als beim ersten Durchgang. In der ersten Runde hatte die NDP von Präsident Mubarak 209 der insgesamt 508 Mandate erhalten. Außerdem siegten mehrere unabhängige Kandidaten und vier Mitglieder der NDP, die kandidiert hatten, obwohl sie von den Parteigremien nicht nominiert worden waren. Die Muslimbrüder, die im Parlament zuletzt mit 88 Abgeordneten die größte Fraktion gestellt hatten, gingen leer aus. Bei den Stichwahlen wurde über 283 Sitze entschieden.