US-Geheimdienst soll Norweger überwacht haben

Oslo. Ein US-Geheimdienst überwacht offenbar in großem Stil Norweger in deren Heimatland und hat dafür heimische Polizeiexperten angeheuert. Nach Medienberichten sollen etwa 15 bis 20 Spezialisten von einer Dachetage in der Nachbarschaft der US-Botschaft aus die Überwachung von mehreren Hundert Einheimischen rund um die Uhr organisieren. Chef der vor knapp zehn Jahren geschaffenen Überwachungsorganisation SDU sei ein pensionierter Ex-Chef der Anti-Terror-Einheit von Norwegens Polizei. Ziel soll die Verhinderung von Anschlägen auf das Botschaftsgebäude oder andere US-Gebäude sein.

Außenminister Jonas Gahr Støre verlangte von den USA umfassende Auskünfte zu den Überwachungsaktivitäten. Seine Regierung habe bisher von der US-Botschaft "nicht alle gewünschten Antworten" bekommen. Justizminister Knut Storberget sagt zu den Enthüllungen, die heimische Regierung wisse nichts von solchen US-Aktivitäten. Vertreter der Polizei erklärten dagegen, ihnen sei die Überwachungstätigkeit bekannt gewesen.

( (dpa) )