Hamburgs nördliche Nachbarn: Stockholm

Schwedens zehn Atomreaktoren stehen überwiegend still. Dass deswegen die Strompreise steigen, will die Regierung in Stockholm nicht länger hinnehmen. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson kündigte im Rundfunksender SR an, dass sie von den Betreiberkonzernen Vattenfall, E.on und Fortum Zusagen für eine höhere Ausnutzung der Kapazitäten als die derzeitigen 40 Prozent im bevorstehenden Winter verlangen will. Dafür habe sie Unternehmensvertreter zum Rapport einbestellt.

Die Kraftwerke Forsmark, Ringhals und Oskarshamn sollen etwa die Hälfte des heimischen Strombedarfs abdecken. Im letzten Winter waren die Strompreise für schwedische Haushalte wegen der zu geringen Leistung der Reaktoren deutlich gestiegen. Die zwischen 30 und 44 Jahre alten Anlagen mussten für Reparaturen immer wieder abgestellt werden. Olofsson sagte dazu: "Wir sind bei der Stromversorgung enorm von der Kernkraft abhängig. Die Politik muss einschreiten, wenn die Energieerzeuger nicht meinen, dass sie die Kunden mit ausreichender Lieferung zufriedenstellen müssen."