Europa streikt gegen Sparbeschlüsse

Arbeitnehmer fürchten Sozialabbau durch ihre Regierungen

Madrid/Brüssel. Bei europaweiten Protesten haben Zehntausende von Menschen ihrer Wut über die Rotstiftpolitik ihrer Regierungen Luft gemacht. Der Generalstreik im Urlaubsland Spanien brachte die Reisepläne Tausender Fluggäste durcheinander. Allein am größten deutschen Flughafen in Frankfurt fielen gestern mehr als 20 Flüge von und nach Spanien aus. Betroffen vom Streik waren neben Urlaubern vor allem Großbetriebe und Fabriken. In Barcelona kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

In Brüssel gab es gestern eine Massenkundgebung gegen Sozialabbau, an der sich auch deutsche Bergleute beteiligten. Mehr als 50 000 Menschen aus ganz Europa setzten sich zum "Aktionstag" des Europäischen Gewerkschaftsbundes ETUC in Marsch. In Irland hatten Demonstranten aus Protest gegen die Politik der Regierung in der Bankenkrise mit einem Zementmischer den Eingang zum Parlament in Dublin blockiert. In Polen protestierten mehrere Tausend Gewerkschafter gegen die Sparpolitik der Regierung in Warschau.

In Griechenland sind die Fahrer der Busse und der U-Bahnen von Athen sowie der nationalen Bahn (OSE) in einen mehrstündigen Streik getreten. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle, teilte die Generalgewerkschaft (GSEE) mit. Auch die Staatsbedienstetengewerkschaft (ADEDY) rief zu einer Kundgebung nach Dienstschluss gegen Arbeitslosigkeit und Verteuerung im Zentrum der Hauptstadt Athen auf.