Hand in Hand gegen die weltweite Armut

Auf dem Millenniumsgipfel steht Merkel zur Entwicklungshilfe

New York. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Rande des Uno-Gipfels in New York gefordert, trotz globaler Wirtschaftsprobleme weiter gegen Hunger sowie Kinder- und Müttersterblichkeit zu kämpfen. Zugleich warb sie um einen nicht ständigen Sitz Deutschlands im Uno-Sicherheitsrat. Merkel bekräftigte das Ziel, dass reichere Länder wie Deutschland bis 2015 für Entwicklungshilfe 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgeben sollen. "Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel. Wir strengen uns an." Derzeit bringt Deutschland 0,4 Prozent beziehungsweise rund sechs Milliarden Euro auf. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen hätte Deutschland in diesem Jahr bereits 0,5 Prozent leisten müssen.

Noch bis zum Mittwoch wollen die Staats- und Regierungschefs aus den 192 Mitgliedstaaten in New York eine Zwischenbilanz der acht sogenannten Millenniumsziele bis 2015 ziehen, die die Uno vor zehn Jahren formuliert hatte, um Hunger und Armut zu bekämpfen, Mütter- und Kindersterblichkeit drastisch zu reduzieren und Bildung und Umweltschutz zu verbessern.

Merkel räumte ein, einige Ziele würden voraussichtlich nicht erreicht. Sie müssten dann über 2015 hinaus schnell weiterverfolgt werden. "Bei der Hungerbekämpfung müssen wir uns sehr anstrengen, in den nächsten fünf Jahren 900 Millionen Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze liegen, aus dieser Armut herauszuholen." Merkel verteidigte das Treffen gegen Kritik, es würden wieder keine konkreten Beschlüsse gefasst. Der Gipfel sei wichtig, um eine Zwischenbilanz zu ziehen und Fehler zu benennen. Die Abschlusserklärung werde ein Fortschritt sein. Ein Aktionsplan sei unnötig, da es Vereinbarungen mit jedem Land gebe. Nur wer einen Aktionsplan aufgestellt habe, bekomme Geld.