Söldnerfirma Blackwater ergattert Aufträge unter Fremdnamen

Washington. Die umstrittene US-Söldnerfirma Blackwater, die inzwischen unter dem Namen XE Service arbeitet, macht weiter Negativ-Schlagzeilen. Nach Informationen der "New York Times" hat das Unternehmen insgesamt 31 Tochterfirmen gegründet, um unter dem Deckmantel anderer Namen weitere Aufträge der US-Streitkräfte und Geheimdienste zu ergattern. Das habe der Streitkräfteausschuss des Senats ermittelt.

Einige dieser Ableger hätten ihren Sitz in ausländischen Steuerparadiesen. Mindestens drei dieser Blackwater-Töchter hätten vom Geheimdienst CIA Aufträge erhalten. Die Organisation allein habe mit Blackwater und dem Netzwerk aus Tochterunternehmen seit 2001 Geschäfte in Höhe von 600 Millionen Dollar (465 Millionen Euro) abgeschlossen. Darunter ist auch ein neuer Auftrag über 100 Millionen Dollar für Einsätze in Afghanistan. Der Vorsitzende des Senatsausschusses, Carl Levin (Demokraten), rief das Justizministerium auf, zu untersuchen, ob Blackwater mit dem Auftritt unter Dutzenden Namen die US-Behörden bei Aufträgen getäuscht habe.

Die Firma war in der Vergangenheit wiederholt in Skandale verwickelt. Unter anderem sollen Mitarbeiter an Folterungen in Geheimgefängnissen der CIA beteiligt gewesen sein. Nachdem das Unternehmen wegen der Erschießung von 17 Zivilisten in Bagdad 2007 in die Kritik geraten war, benannte es sich in XE Services um. Erst kürzlich schloss die Firma einen Vergleich mit der US-Regierung wegen fast 300 Verstößen gegen Ausfuhrgesetze in den Jahren 2003 bis 2009. Er umfasst die Zahlung von 42 Millionen Dollar (33 Millionen Euro) Strafe, damit ihr strafrechtliche Schritte erspart bleiben. Nach dem Vergleich wird XE Services, der Betreiber einer 40 000 Mann starken Privatarmee, nach Angaben des US-Außenministeriums weiterhin Regierungsaufträge erhalten können.